Von der Experimentierkiste zum Online-Lernangebot mit dem Anchored-Instruction-Ansatz

Die Experimentierkisten, die die Kinderforscher an Schulen verleihen, haben neben den unterschiedlichen Versuchsmaterialien immer den gleichen Inhalt:

  • Stundenleitfäden für die Lehrer – hier wird zu Beginn eine Frage aufgeworfen, der anschließend mittels eines Experiments nachgegangen wird
  • Versuchsanleitung zum Experiment
  • Arbeitsblätter, auf denen die Beobachtung während des Experimentierens festgehalten werden können
  • “Wissensboxen” mit Erklärtexten zu den naturwissenschaftlichen Hintergünden des Versuchs und der Vorstellung von Forschungsbereichen an der TUHH, welche sich mit der aufgeworfenen Thematik beschäftigen

Experimentier-Kiste (Foto: Kinderforscher an der TUHH)

Diese Bausteine bildeten das Gerüst für das zu entwickelnde Online-Lernangebot. Dabei wollten ich keine statische Sammlung von Experimentieranleitungen erstellen, sondern mit den Menschen in Interaktion treten, indem sie in eine Geschichte eingebunden werden. Die Menschen sollten auf spielerische Weise dazu gebracht werden, sich mit der Naturwissenschaft hinter unserem Alltag zu beschäftigen, ohne dass sie es unbedingt gleich merken.

Die Idee war, die Lernenden aus ihrem Alltag abholen, mit Fragen, die sie auch beschäftigten. Mit dem Ansprechen von Situationen, die jeder kennt, man sich aber nie so richtig erklären kann. Ich wollte Rätsel aufgeben, deren Lösen Spaß macht.

In Verbindung mit den tollen multimedialen Möglichkeiten, die Online-Lernräume bieten, half mir bei der Konzeption die Auseinandersetzung mit dem Anchored-Instruction-Ansatz.

Wesentliches Merkmal des Anchored-Instruction-Modells ist ein narrativer Anker, der Interesse wecken und die Aufmerksamkeit auf das Wahrnehmen und Verstehen der gestellten Probleme legen soll. So werden die Aufgabenstellungen für die Lernenden im Rahmen einer zusammenhängenden Geschichte gestellt. Im ersten Kniffelix Rätsel ging es um das Backen einer leckeren Pizza: Wie bekommt man den Teig so richtig schön fluffig? Um das Interesse der Lernenden zu wecken, haben wir einen Introfilm gedreht, der sie mit dem Einstiegsproblem konfrontiert. Hierbei standen vor allem die Einführung der Erzählung, das Aufwerfen der Fragestellung und die Abfolge interessanter Bilder im Vordergrund. Der Einsatz audiovisueller Medien zieht sich durch alle Kniffelix Lerneinheiten, die bei uns Missionen heißen.

Kniffelix Pizza Rätsel (Foto: Kinderforscher an der TUHH)

In den kurzen, aufeinander folgenden Missionen kommen die Lernenden Schritt für Schritt des Rätsels Lösung näher. Dabei recherchieren, explorieren und experimentieren sie, um der Naturwissenschaft hinter den Alltagsphänomenen auf die Schliche zu kommen. In der Kniffelix Community haben die Lernenden die Möglichkeit, sich mit anderen über ihre Erkenntnisse auszutauschen. In der Zusammenarbeit mit den anderen können die Kniffelix Rätsel schließlich gelöst werden. So fördert der Achored-Instruction-Ansatz nicht nur die Problemlösefähigkeit, sondern auch die Kooperations- und Kommunikationsfähigkeit. Schließlich sind Selbsttest ein ebenso wichtiger Bestandteil des Ansatzes. Durch Selbsttest können die Lernenden immer wieder ihren Leistungsstand erproben und im Falle von Kniffelix feststellen, ob sie die Inhalte der letzten Mission verinnerlicht haben.

Dieser Beitrag wurde verfasst von Stephanie Stelzer.

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