Teilen von erhobenen Forschungsdaten über TORE

Teilen von erhobenen Forschungsdaten über TORE

In unseren abgeschlossenen BMBF geförderten Projekten HEIDS und JOIN haben wir uns vorgenommen, unsere erhobenen Daten auch anderen Forscher_innen zugänglich zu machen. Daten meinen in unserem Fall über die Webpräsenzen öffentlich zugängliche Dokumente im Kontext von Digitalisierung im Hochschulwesen mit dem Fokus auf Studium und Lehre. Das bedeutet, die Inhalte wurden von Hochschulen verfasst und auf ihren Webseiten präsentiert, aber nicht offiziell veröffentlicht. Da Links eine kurze Halbwertzeit haben, waren wir auf der Suche nach einer Möglichkeit, die Dokumente rechtskonform zu teilen.

Hier möchten wir unsere bisherigen Erfahrungen teilen und uns damit auch bei der TUHH-Bibliothek für die souveräne und geduldige Beratung bedanken. Gerne könnt Ihr/können Sie im Kommentarfeld Eure/Ihre Erfahrungen ergänzen.

In den Projekten HEIDS und JOIN haben wir zwei Sorten von öffentlich zugänglichen Dokumenten erhoben:

  1. Dokumente von Ministerien
  2. Dokumente von Hochschulen

Die Dokumente unter Punkt 1 fallen nach unserer Recherche unter das Informationsfreiheitsgesetz bzw. das Informationsweiterverwendungsgesetz und § 5 UrhG. Daher haben wir unser gitlab-Projekt mit den Landesstrategiepapieren für die Öffentlichkeit freigeschaltet.

Die Dokumente unter Punkt 2 könnten unter das Urheberrecht fallen, wenn eine bestimmte Schöpfungshöhe erreicht ist. Diese bemisst sich in Individualität und Originalität. Ein Beispiel wäre die Digitalisierungsstrategie der TUHH. Um rechtliche Probleme zu vermeiden, gehen wir davon aus, dass diese Kriterien per se gegeben sind.

Was kann man tun?

  • Alle Urheber_innen fragen und die Rechte einholen – wie man es auch im Falle von selbst erhobenen Daten wie beispielsweise Interviews macht,
  • im Internet Archive recherchieren, ob dort die Dokumente archiviert sind und deren Links nutzen, oder
  • einen Forschungsdatensatz mit den Dateien in TORE anlegen.

Wir haben uns aufgrund des hohen Aufwands der Rechteeinholung und der fehlenden Archivierung im Internet Archive für das Anlegen eines Forschungsdatensatzes in TORE entschieden. Dort kann man pro Datensatz bzw. Dokument einen Zugriffsschutz (Embargo) festlegen. Zugriffsschutz bedeutet, dass die Dokumente nicht für alle öffentlich zugänglich sind und damit nicht als im Netz veröffentlicht gelten. Eine Weitergabe von Peer zu Peer ist damit möglich. Interessierte andere Forscher_innen können über den Account, über den die Daten hochgeladen wurden, die Zusendung der Dokumente anfragen.

Wie geht man bei der Erstellung eines Forschungsdatensatzes in TORE vor?

Die Dokumente sollten in einem möglichst langfristig betreuten Account erstellt werden, da interessierte Forscher_innen sich per Benachrichtigung über TORE an den_die Account-Besitzer_in richten. Dies schließt Mitarbeiter_innen mit kurzen befristeten Verträgen aus.

Es muss eine Beschreibung der Daten angelegt werden. Anschließend müssen alle Dokumente einzeln hochgeladen werden. Die Anzeige der hochgeladenen Dokumente erfolgt nach der Reihenfolge des Hochladens, d.h. das zuletzt hochgeladene erscheint oben. Eine Hierarchisierung oder Ordnerstruktur sind nicht möglich.

Für jedes Dokument kann bei den Access Settings ein Embargo, d.h. eine Frist, eingetragen werden. Das bestimmt, wie lange sie gesperrt sind und nur über eine Anfrage an den_die Account-Besitzer_in freigeschaltet werden können. Es ist auch möglich, pauschal eine Löschung nach 10 Jahren einzustellen. Es wird empfohlen, auch die einzelnen Daten zu beschreiben, um interessierten Forscher_innen das Datenmaterial bestmöglich zu erklären. Dies kann u.U. über die Dokumentenbezeichnung abgedeckt werden. In unserem Fall sind das Bundesland, die Hochschule, der Titel des Dokuments sowie das Erstellungsjahr relevant, was über die Dokumentenbezeichnung folgendermaßen sichtbar gemacht wird: bb_it_strategie_uni_potsdam_erstellungsjahr. Änderungen können nach der Bestätigung des Uploads nur noch per Anfrage von dem TORE-Team vorgenommen werden bzw. eine neue Version veröffentlicht werden.

Und so sieht das Ergebnis bei uns aus: Strategische Dokumente deutscher Hochschulen (Hochschulentwicklungspläne, Digitalisierungsstrategien).

Wir hoffen, dass wir zeigen konnten, dass Open Research von uns allen mit dieser guten Beratung ganz einfach umzusetzen ist. Über Eure/Ihre Erfahrungen freuen wir uns.

Mehr Informationen findet Ihr/finden Sie auf der Webseite der Bibliothek.

 

Bildnachweis: Photo by Markus Winkler on unsplash.com


Dieser Beitrag wurde Veröffentlicht von Christiane Arndt

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