Audiovisuelle Medienproduktion in der HOOU

Audiovisuelle Medienproduktion in der HOOU

Die Hamburg Open Online University (HOOU) sucht nach neuen Wegen des Lernens in den Zeiten der digitalen Vernetzung. In den letzten vier Jahren des Projektzeitraums sind zahlreiche Lehr-/Lernangebote entstanden, die nicht nur Lehrinhalte digital aufbereitet präsentieren, sondern in denen auch mutlimediale Inhalte erstellt wurden, die die Projekte flankieren, anreichern und vor allem ein Schaufenster in die Inhalte ermöglichen, noch bevor Teilnehmer sich zum Mitmachen entschließen. In jedem Projekt wurden auf der Startseite der HOOU das Thema und die Lernziele in einem Teaservideo vorgestellt. Darüber hinaus wurden in den einzelnen Projekten z.B. einzelne Kapitelthemen in Videos vorgestellt (vgl. Tekethics), Vorträge oder Mitschnitte in das Lernangebot eingebunden (vgl. SciFi-Visions) oder komplexe Lerninhalte audiovisuell erklärt, z.B. in Legetrickvideos (vgl. Ruvival) oder in moderierten Erklärvideos mit einem „Call to action“ (vgl. Kniffelix).

 

Aufgabe und Umsetzung

Neben dem obligatorischen Teaservideo bestand die Aufgabe darin, den Projekten die Möglichkeit zu geben, ihre Lerninhalte audiovisuell so aufzubereiten, dass sie in das didaktische Konzept des Lernangebots passen und einen qualitativen Mindeststandard erreichen, der den Sehgewohnheiten der Zielgruppe im Internet entspricht. Dies wurde mit zwei Strategien umgesetzt:

  • Produktion der Inhalte durch den AV-Medienproduzenten am ITBH. Da der überwiegende Teil der Projektteilnehmenden keine Erfahrung in der Erstellung von Videos hatte, wurde in den Projekten zusammen mit Stephan Dublasky Inhalt, Drehbuch und Format erarbeitet und dann am ITBH umgesetzt. Diese Konstellation war erfolgreich, wenn die Projektteilnehmenden noch keine genaue Vorstellung ihres Projektes hatten oder wenn die Projektteilnehmer selbst zu den Protagonisten ihrer Videos wurden, z.B. in Erklärvideos, Talk und Diskussionsvideos, sowie Veranstaltungsmitschnitten
  • Qualifizierung der Projektteilnehmenden. Motivation, Vorkenntnisse, aber auch die zur Verfügung stehende Zeit für die Realisierung hatten wesentlichen Einfluss auf die Bereitschaft eigenständig Videos zu produzieren. In manchen Projekten bestand das Team nur aus ein oder zwei Mitarbeitenden, die für die Realisierung zuständig waren. Andere Projekte wurden sehr direkt in die sonstige Institutsstruktur eingebunden – diese Synergieeffekte hatten einen direkten Einfluss auf die Bereitschaft zur eigenständigen Videoproduktion. Die Qualifizierung in der Konzeption und Drehbucherstellung, sowie in der Schulung der Technik erfolgte durch die Medienproduzenten am ITBH. Für das spezielle Format des Legetrickvideos erfolgte die Qualifizierung in Workshops des Mutimediakontors Hamburg. Für die Produktion haben die Projektteilnehmenden die Möglichkeit, AV-Equipment am ITBH zu leihen. Desweiteren wurde im Sommer 2017 ein Schnittraum eingerichtet, in dem Projektteilnehmende und Studierende des Instituts Videos schneiden und vertonen können, sowie Texte für Videos und Podcasts einsprechen können. Zur Veröffentlichung nutzen die Projekte entweder das vom MMKH zur Verfügung gestellte Portal Podcampus.de oder den Google-Dienst Youtube.

 

(Kooperation des Universitätsklinikums Eppendorf mit der TUHH im Projekt ‘Emerge for everyone’)

Aktueller Stand und Veröffentlichungen

Im Projektzeitraum wurden nach aktuellem Stand an der TUHH in den Projekten der HOOU 188 einzelne Videos veröffentlicht. Diese Zahl setzt sich zum einen aus Videoproduktionen zusammen mit einem relativ hohem Aufwand für ein einzelnes Video (vgl. Kinderforscher Bodenrätsel) zum anderen aus Veranstaltungsmitschnitten, die dann in kurze Einzelsequenzen zerteilt wurden für eine bessere Verständlichkeit (vgl. Ruvival Vorlesungen) mit einem geringeren Aufwand pro Video. Insgesamt haben die Videos der HOOU an der TUHH bis zum heutigen Stand ca. 20000 Zugriffe verzeichnet. Bei den Zugriffen ist zu erkennen, dass die Zugriffszahlen auf der Plattform Youtube dann sehr gut waren, wenn es sich um ein Thema handelt, dass auch in anderen Zusammenhängen über Suchanfragen bei Google oft gesucht wird und die Zuschauer nicht über das Lernangebot direkt zum Video kommen. Die Zugriffszahlen einzelner Videos schwanken von 20 bis hin zu über 5000 Zugriffen. Bei der Plattform Podcampus ist die Streuung nicht so groß, die einzelnen Videos haben Zugriffszahlen zwischen 150 und 600 Zugriffen.

Ein Beispiel für die erfolgreiche Implementierung der AV-Produktion in der HOOU kann das Projekt Ruvival genannt werden. Allein 69 Videos entfallen auf dieses Projekt. Dabei haben die Projektteilnehmenden das gesamte Angebot der AV-Medienproduktion genutzt. Zu Beginn mit moderieren Videos und Veranstaltungsmitschnitten, die am ITBH produziert wurden. In einer späteren Projektphase der Erarbeitung von Prozessabläufen zur eigenständigen Erstellung und Schnitt von Videos. Und der Qualifizierung der Mitarbeitenden für Legetrickvideos. Derzeit werden Schnittraum und Equipment regelmäßig von den Projektteilnehmenden genutzt und es hat sich ein Produktionsstandard etabliert, den das Projekt Ruvival eigenständig verwaltet und betreut mit der Kapazität von einem Video pro Woche.

 


(Startvideo zum Projekt Ruvival am Institut für Abwasserwirtschaft und Gewässerschutz.)

 

Weitere Veröffentlichungen

Neben der Videoproduktion hat das ITBH im Herbst 2018 eine Podcastreihe ins Leben gerufen. Unter dem Titel „42 – Die Suche nach Antworten in Lehre und Forschung“ veröffentlicht das Team alle 4 Wochen einen Audiobeitrag, in dem bis Sommer 2019 die Projektteilnehmer der HOOU und ihre Projekte vorgestellt werden. Es ist geplant die Serie über die HOOU hinaus auszuweiten. Der die aktuelle Folge und die bereits veröffentlichten Podcasts können auf einer Seite in diesem Blog abgerufen werden.

 

Herausforderungen der Verstetigung

Als zukünftige Aufgaben der AV-Medienproduktion können die stetige Qualifikation der Lehrenden an der TUHH identifiziert werden. Ein Kompetenzzuwachs, wie er bei Ruvival stattgefunden hat, ist auch für weitere Projekte wichtig. Zum anderen kann über eine stärkere Verzahnung und Einbindung der Medientechnik an der TUHH mit der Medientechnik am ITBH nachgedacht werden. Außerdem können Aufwand und Zeit wesentlich reduziert werden, wenn für die digitalen Lernangebote an der TUHH in Zukunft ein Studio eingerichtet wird, in dem die Technik dauerhaft – ohne Auf- und Abbauzeiten – genutzt werden kann und eventuell soweit automatisiert wird, dass die Qualifizierung der Lehrenden auf die Umsetzung der Inhalte gelenkt werden kann, ohne dass die Technik eine erhöhte Zugangsbarriere darstellt.


Dieser Beitrag wurde von Stephan Dublasky erstellt.

 

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